
demnächst in G und B
was zum teufel tun die in ihr guiness,
daß man dermaßen kirre darauf ist, denkt julien.
ist ja fast schöner als ficken, so ein guiness.
dieser cremige, kompakte schaum, auf den man kommod eine 5cent_münze legen kann.
diese kaskaden feinster stickstoffperlen im glas, von unten nach oben, einfach: himmelwärts.
julien sieht aus dem fenster.
eine burger_king_reklame, eine von ibm und eine von phönix, was auch immer das sein mag.
was zum teufel tun die in ihr guiness,
daß man dermaßen kirre darauf ist, denkt julien.
ist ja fast schöner als ficken, so ein guiness.
werd noch eins nehmen, denkt julien, und dann langstrecken unter der decke.
heike schläft wie erschossen.
5 operationen heute, einer starb auf dem tisch, multiples organversagen.
wird marianne einen neubeginn wagen?
wird jutta mit den ereignissen fertigwerden?
hat magdalena noch zeit?
sollte maria nicht rasch etwas für ihr seelenheil tun?
julien weiß es nicht.
im radio das saarländische radio.
es wird gegeben die londoner symphonie von haydn.
schön, denkt sich julien, wunderschön.
fast schöner als ficken.
kein wunder.
wenn alles zwischen den beinen weggefickt ist, haydn wirds auch dann noch geben.
und wenn die welt implodiert,
sagt margit schreiner heute nachmittag in Ö1,
dann, ja dann ist auch haydn weg.
julien zieht die jalousie herunter.
da klingelt das handy.
julien war im cinema.
16 leute sehen sich an " odette toulemonde".
in der ersten reihe sitzt ein alter mann und fingert an seinem hosenschlitz rum.
dahinter zwei punks, die sich lautstark fragen, warum sie im falschen film sitzen.
vor mir ein verliebtes pärchen, sie füttern einander mit popcorn und schokoriegel,zwischendurch steckt er seine zunge in ihr ohr.
vermutlich würde er gern noch was ganz anderes ganz woanders reinstecken, aber der abend ist ja noch lang, fuck it.
neben mir eine ältliche jungfer mit nadel im hütchen, sie trägt ein hochgeschlossenes kleid in altrosa, ab und zu sagt sie
meingott! meingott! meingott!
julien nuckelt an einem heineken, später an einem zweiten, ein drittes wirds wohl auch noch.
morgen mit tannheimer und zwiebacher nach mannheim.
heike hat noch nicht angerufen, nachtdienst im klinikum, wird operieren müssen, sagt sie, ein magendurchbruch, sonst stirbt der patient bis morgen.
magendurchbruch macht bauch_fell_eiterung, sagt heike,aber dann komm ich zu dir, zieh den schlüssel ab, sagt sie und in ihre stimme kommt eine verschwörerische vibration.
julien winkt ein taxi herbei.
marienstraße 16, sagt julien, über die breite straße links.
ja, scheff, sagt der chauffeur, ja, scheff.
dann mal los, sagt julien, dann mal los, heike kommt bald, müssen sie wissen, sagt julien.
ah!sagt der chauffeur, verstehe.
er versteht.
julien wird die decke aus roter seide zurückschlagen.
im leuchter stecken 7 neue kerzen, nagelneu, bemerkt julien.
eine flasche portwein erwartet im kühlschrank ihren großen auftritt.
heike kommt bald.
im bad tropft der wasserhahn.
morgen den installateur anrufen, denkt julien.
da läutet die türglocke.
erst sollte es ja nur ein sexuelles geplänkel sein, sagte julien und zog dabei seine linke augenbraue hoch wie stewart granger.
ja, sagte elvira, einfach nur sowas in der art.
aber, warf julien ein, irgendwie hat sich dann ein gewisser mehrwert eingeschlichen,oder, was meinst du?
so ist es, meint elvira achselzuckend, so ist es.
und jetzt, meint julien, er räkelt sich unter der bettdecke im haus am wasserfall, und jetzt?
wer weiß, sagt elvira halblaut und zieht an ihrer halbmeterlangen zigarettenspitze, wer weiß, sagt elvira,
und draußen pfeift ein kalter frühlingssturm übers land,wer weiß,sagt sie.
ich weiß es auch nicht, meint julien und läßt seine zunge an ihrer lotosknospe spielen, dieser kostbarkeit zwischen ihren schenkeln, ich weiß es ja auch nicht,meint julien und er meint es ernst.
wir werden sehn, sagt elvira und ihr handy läutet.
hallo, sagt sie, und ihre grauen augen richten sich auf einen imaginären punkt hinter der welt, hallo.
am anderen ende sagt ein mann, daß es vorbei wäre, vorbei für immer, fuck your mother, sagt der mann mit einer sehr leisen, sehr bösen stimme, vorbei.
julien legt sich auf den bauch,hält sich die ohren zu und beginnt ein lied zu summen, eines der besonders schönen und alten von neil diamond, ein schönes lied, es war einmal ein liebeslied für gerlinde in der straußgasse, damals, 1979.
elvira bricht in einen seufzenden schrei aus,
ihre lotosknospe windet sich wie eine weinbergschnecke in ihrem gehäuse,ach du mein mädchen, sagt julien,achdu.
im stiegenhaus entsteht krawall, der afghane kommt heim vom bau, gleich wird er die frau ohrfeigen und die kinder prügeln, eine entsetzliche welt, sagt julien halblaut, welch eine entsetzliche welt.
ja, sagt elvira und sucht ein taschentuch unterm polster,aber schön wars doch und jetzt hab ich allen hunger dieser welt.
schön, sagt julien, ich auch.
aus dem stiegenhaus hört man das trampeln von polizeistiefeln, ein mann schreit guttural in einer fremden sprache.
hörst du, fragt elvira.
ja, sagt julien und macht ein guiness auf, ein wunderschön kaltes.